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Fliegenfischen

Fliegenfischen im Kreis Heinsberg

Fliegenfischen im Kreis Heinsberg

Fliegenfischerland mit rauschenden Gebirgsflüssen , glasklaren Äschen- und Forellengewässern ist hier nicht. Die geographischen Bedingungen sind halt nicht so. Aber die sind in den benachbarten Niederlanden auch nicht so, und trotzdem liegt vor mir eine 150 Seiten lange Auflistung mit dem Namen "Vliegviswater in Nederland". Die lebendige Szene in unserem Nachbarland beweist, dass in fliegenfischereilicher Hinsicht in der Ebene trotzdem so manches zu machen ist. Und genau so ist es schließlich auch bei uns. Verständlicherweise sind in unserem Revier Döbel, Barbe, Barsch, Hecht und Zander die "Fliegenfische", und vor allem die ersteren stellen höhere Ansprüche an das fischereiliche Können als die Besatzforelle im Voralpenfluss.


Am Fluss

Die Rur

Fliegenfischer in der Rur

"Unsere" Flüsse sind ca. 25 km Rur von der Landesgrenze bis nach Körrenzig und die genau so lange Wurmstrecke von der Mündung in Kempen bis zur Kreisgrenze. Bis vor ca. sechs Jahren war die Rur ein Fluss, auf dessen Kiesbänken im Sommer und an goldenen Oktobertagen etliche Äschen stiegen, so dass sich oft alle, die mit der Fliegenrute umgehen können, dort auf den Kiesbänken trafen. Jeder fing seine Fische und mancher Abend klang im Dunkelwerden mit Fachsimpelei und der Verabredung zum nächsten Tag aus. Dann kam in einem harten Winter der von Bärbel Höhn zum "einheimischen" Vogel erklärte Kormoran, und seitdem beschleicht Trauer den Fliegenfischer, wenn er den einstmals von zahlreichen steigenden Äschen durchbrochenen Wasserspiegel reglos glatt vorfindet. Die goldenen Tage sind vorbei, bei allen Fischarten fehlen die Jahrgänge, die größenmäßig im gefräßigen Kormoranhals am besten nach unten rutschen und die umweltpolitische Idiotie feiert ihre Dummheit als ökologischen Fortschritt. Derzeit sind mit Nymphe und Trockenfliege in der Rur viele Würfe nötig, um einen Fisch an die Rute zu bekommen und die einzige noch halbwegs sinnvolle Fliegenfischerei ist an diesem Fluss die mit Streamer auf Hecht. Meiner Erfahrung nach sind gelbe Bunnys oder Federstreamer erfolgreich. Beide sollten mit etwas Glitzermaterial gebunden sein, weil sie im oftmals angetrübten Wasser besser sichtbar sind.

 

Streamer

Streamer

Die Wurm

Besser sieht es an der Wurm aus: Sie ist von überall her gut zu erreichen. Man kann erfolgreich vom Ufer aus oder watend fischen. Vor allem Döbel gehen an die Trockenfliege, die Nymphe und den Streamer. Die Wurm bietet Chancen auf Döbel und Barben und Rotfedern. Gelegentlich kann eine Äsche oder Bachforelle der Fliege nicht widerstehen und weckt gleichzeitig die leise Hoffnung, dass diese Fische in unserem Flüsschen doch in größerer Zahl heimisch werden mögen. Das Flussufer bietet Fisch und Fischer wenig Deckung. Deshalb sind die Brücken, unter denen fast immer Döbel stehen, viel versprechende Stellen. Aber man muss sich vorsichtig anpirschen. Wo die Ufer besonders hoch sind wie im unteren Flusslauf, ist es schwierig, bis auf Wurfentfernung an ausgemachte Fische heranzukommen, deshalb hat der Fliegenfischer ab Randerath aufwärts bis nach Rimburg größere Chancen. Besonders fängig sind nach meiner Erfahrung Goldkopfhasenohrnymphe, Klinkhammer, Red Tag und glitzernde Federstreamer.

Genauere Informationen über erfolgreiche Fangtechniken auf Döbel stehen in einem FISCH & FANG Artikel in der Juniausgabe. Die dort wiedergegebenen Erkenntnisse und Erfahrungen wurden nicht nur, aber hauptsächlich an der Wurm gewonnen.

 

Am See

Unsere Seen, vor allem die Ophovener Seeplatte böten sich an für die Streamerfischerei auf Hecht, Zander und Barsch, wenn..................ja wenn man sie vom Bellyboat aus beangeln könnte. Gewiss fängt man auch so den ein oder anderen Hecht, vor allem im Frühjahr nach der Laichzeit. Aber man kann an vielen Stellen nicht oder nicht gut mit der Fliegenrute werfen, meistens benötigt man den Rollwurf oder einen Schusskopf, weil der Rückraum fehlt. Die Spinnfischer sind hier eindeutig im Vorteil. Für eine effektive Fischerei wäre das Bellyboat erforderlich. Die Fischerei mit dem Bellyboat habe ich in den vergangenen zwei Jahren jedoch auf dem Lago ausprobiert. Leider reichte meine Zeit nicht, die Möglichkeiten mit dem Bellyboat so intensiv zu testen, wie es nötig gewesen wäre. Doch selbst nach einigen wenigen „Testläufen“ lässt sich resümieren, dass beim Fischen auf Raubfisch die Spinnfischer klar im Vorteil sind, weil der See einfach- auch im Uferbereich- zu tief ist, um mit dem Streamer alle Tiefen effektiv absuchen zu können. Letzterer sinkt bekanntlich recht langsam, was bedeutet, dass man beim Streamerfischen z.B. auf Hecht die meiste Zeit mit warten verbringt, wenn man nicht ausschließlich dicht unter der Oberfläche fischen will.

Noch zu testen wäre die Fischerei mit der Fliege auf Friedfische vom Bellyboat aus, doch das ist ein Projekt für diesen Sommer –oder den nächsten.

Fliegenfischer und Ausbildung

Da bei uns nicht Fliegenfischerland ist, gibt es auch nur wenige Fliegenfischer, die als solche aber recht aktiv sind. Das Interesse an einer Ausbildung, die ja durchaus zu machen wäre, war bislang noch nicht vorhanden, aber vielleicht liegt das auch daran, dass ein qualifiziertes Angebot fehlte.

Wer Fliegenfischen lernen wollte, war darauf angewiesen, dass ihm einer oder einige der Fliegenfischer aus dem Umland auf die fliegenfischereilichen „Sprünge“ half oder er musste einen qualifizierten Lehrgang in einer der Fliegenfischerschulen in der Eifel oder im Bergischen Land besuchen. Wochenendkurse ( Samstag –Sonntag ) kosten in der Regel zwischen 140 und 180 Euro. Der Rheinische Fischereiverband bot- bietet rechtsrheinisch ebenfalls qualifizierte Lehrgänge an- für Nichtmitglieder ebenfalls zu den oben genannten Preisen. Mitglieder ( Unsere Vereinsmitglieder sind auch Mitglieder des Rheinischen Fischereiverbandes.) bezahlen allerdings nur 95, Jugendliche 60 Euro

Ab Frühjahr 2007 gibt es den Lehrgang des Fischereiverbandes auch bei uns, und zwar zu den schon erwähnten Bedingungen. Mit der Leitung dieses Lehrganges im Auftrag des Rheinischen Fischereiverbandes wurde ich betraut und ich würde mich freuen, wenn es uns/mir gelingen würde, diese Lehrgänge auch in unserer Ecke längerfristig zu etablieren, weil diejenigen, die sich für Fliegenfischen interessieren und eine ordentliche Grundausbildung wünschen, dann nicht mehr so weit fahren müssen und im Verhältnis zu den kommerziellen Fliegenfischerschulen auch finanziell günstiger wegkommen.

Das Material wird natürlich gestellt und die Teilnahme/ Prüfung wird im Sportfischerpass bescheinigt.

Die genaue Ausschreibung und die Inhalte der Ausbildung findet man auf der Page des Rheinischen Fischereiverbandes unter folgendem Link :

http://www.rheinischer-fischereiverband.de/index.php?id=9

Buchtipp

Besser Fliegenfischen

Dieses Buch ist besonders für die Fliegenfischer geeignet, die die ersten Fische schon mit der Fliege gefangen haben und weiterkommen möchten. Es enthält Fotos aus unserer Region. Die meisten davon wurden an Wurm und Rur aufgenommen.

Das Buch kann bei Amazon und anderswo für 9,80 € bestellt werden.

 

Diese Seite wird von unserem Mitglied Werner Berens, einer unserer engagiertesten Fliegenfischer, gestaltet. Bei speziellen Fragen könnt Ihr Euch direkt per Email an ihn wenden:

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Sonntag, 05. September 2010
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